SearchDatacenter: Was würden Sie als die Hauptcharakteristik des Neuen Windows Server R2 bezeichnen?
Ward
Ralston: Das Hauptthema ist die Virtualisierung mit unserem Hypervisor
der nächsten Generation und der jetzt auch bei Microsoft verfügbaren
Funktionalität der Live Migration von VMs.
Damit können wir auf Clustersystemen jetzt
auch VMs ohne Unterbrechung verschieben. Die Basis dazu sind die
Cluster Shared Volumes (CSVs). Bei uns ist Live Migration Teil des
Betriebssystems.
Bislang
galt der Hypervisor im Vergleich zu Mitbewerbern wie VMware oder Xen
als weniger ausgereift. Ist er Ihrer Meinung jetzt für den
Unternehmenseinsatz geeignet?
Wir
haben sehr viel in Puncto Skalierung und Performance gearbeitet. Der
neue Hypervisor unterstützt jetzt 64 virtuelle Cores, und wir erzielen
in einigen Anwendungen fast die doppelte Dichte von virtuellen
Maschinen auf einem Host. Zudem nutzen wir die neuesten
Virtualisierungstechnologien der Chip-Hersteller Intel und AMD, die
beispielswiese eine sehr effektive Speicherverwaltung für virtuelle
Maschinen ermöglichen. Mit dem Windows Server R2 haben wir zudem sehr
viel in Puncto Energieeffizienz geleistet. Wir können jetzt nicht
benötigte Cores abschalten und damit Energie sparen. Eine permanente
Evaluierung der Worklaod durch ein Power Management sorgt für
Energieeinsparungen um bis zu 80 Prozent.
Momentan
ist Cloud Computing der Hype der Stunde und Ihre Mitbewerber wie VMware
und Citrix forcieren diese Strategie und entwickeln entsprechende
Betriebssysteme und Plattformen. Wie nimmt sich Microsoft diesem Thema
an?
Wir fahren
momentan eine zweigeteilte Strategie. Mit unserer Cloud-Plattform
Azure, die wir über Hostingpartner anbieten, bieten wir Kunden die
Möglichkeit, Anwendungen Off Premise in der Cloud laufen zu lassen. Mit
dem Windows Server R2 können Kunden Anwendungen virtualisiert On
Premise (standortgebunden) im Unternehmen ausführen. Natürlich sehen
wir, dass sich On-Premise-Anwendungen dynamisch in die Cloud verlagern
werden.
Gibt es dann eine Verbindung oder Integration von Azure und Windows Server?
Momentan
gibt es die nicht. Wir sehen aber auch momentan keinen Bedarf dafür,
weil Unternehmen ihre Anwendungen meist on premise in einer internen
Cloud hosten, aber nicht sowohl intern als auch in der Cloud. Wir sehen
zudem, dass noch eine grosse Menge der Server nicht virtualisiert sind
und wollen die Virtualisierung mit dem Windows Server R2 zuerst in den
Massenmarkt tragen.
Hersteller
wie VMware und HP beispielsweise setzen jetzt auf sofort einsatzbereite
virtualisierte Komplettlösungen aus Software, Hardware, Speicher und
Netzwerk. Planen Sie auch solche Pakete?
Momentan
sind solche Lösungen nicht in Planung bei Microsoft. Wir verfügen zwar
über den Softwarestack aber wir glauben, dass Kunden die Flexibilität
haben wollen.
(SearchDataCenter )
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